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„Kurzurlaub im Atelierhaus Defet“ am Sonntag, den 30. 08. 10
Die Malwand als ein Spielfeld für den eigenen freien Ausdruck.
Aus der Nürnberger Zeitung vom 02.09.10
Tag der offenen Tür im Galeriehaus Defet am 30.08.
Aus Papier und Ästen wächst ein künstliches Korallenriff
Nürnberg  - Für ein paar Tage dem herbstlichen Wetter entfliehen, sich in den Flieger setzen und noch einmal Sonne
tanken, bevor die kalten Wintermonate anbrechen - danach sehnt sich in diesen Tagen so mancher. Diesen Wunsch nach
einer kleinen Flucht aus dem regnerischen Alltag griff das Atelier- und Galeriehaus Defet auf und stellte den Tag der offenen
Tür unter das Thema "Kurzurlaub".
Im Innenhof der Galerien lud ein großer Zengarten die Besucher ein, zu verweilen und den Sand durch Rechen immer
wieder neu zu gestalten. Wer sich beim Spiel mit den Sandkörnern an den letzten Urlaub erinnerte, dessen Bild
vervollständigte sich in den Galerieräumen von Verena Waffek. Filigrane Korallen drehen sich hier hoch in den Raum,
gefertigt aus Papier und gebleichten Ästen. "Ich habe mich schon länger mit Korallenriffen beschäftigt, ein wenig
nachgeforscht. Nun haben die Skulpturen durch die momentane Ölpest einen sehr aktuellen Bezug erlangt", stellt die
Künstlerin fest.
Die Vielfalt der Natur und speziell die Pflanzenwelt spielen in Waffeks Arbeiten immer wieder eine Rolle. Ihre
Ateliernachbarin Lisa Lang hingegen konzentriert sich momentan in ihrer Motivwahl eher auf das Gegenteil,
Industriegebiete. Gedecktere Farben wie Grau und Schwarz haben den Farbenreichtum von früher verdrängt, die Bildfläche
wird nicht mehr komplett ausgefüllt, Freiräume bleiben. Da Lang auf Glas malt, entstehen durch die leeren Stellen
Transparenz und Leichtigkeit. Solche Leichtigkeit würde die Künstlerin Christine Rana Heß den Besuchern der Galerie gerne
vermitteln.
Vor ihrem Arbeitsraum hat sie verschiedene Farben aufgereiht, die Wand ist großflächig mit Papier behängt. Jeder, der hier
vorbeigeht, ist eingeladen, zum Pinsel zu greifen. Bis jetzt finden sich nur wenige Striche auf der weißen Fläche, die
meisten zieren sich. Genau hierin liegt das Problem, meint die Initiatorin der Aktion: "Man muss sich erst einmal
überwinden. Viele meinen, dass sie von sich aus nicht malen können. Dabei geht es gar nicht darum, am Ende ein tolles
Bild vor sich zu haben, sondern vielmehr in den Fluss, in die Bewegung zu kommen. Kreativ zu werden kann einem helfen,
eigene Blockaden zu überwinden". Hierzu bietet die Künstlerin auch eine Kunsttherapie an, bei der man durch die Arbeit mit
Ton solche selbst geschaffenen Blockaden aus dem Weg räumen und Ängste bewältigen soll.
Doch Kunst bedeutet nicht immer nur Kreativität. Bei den Skulpturen von Martin Turner bleibt während des Arbeitens, wie
er selbst sagt, "nur wenig Platz für Inspiration". Hier zählen Präzision und Sorgfalt: Der Künstler fertigt geometrische
Körper aus massiven Naturhölzern. In seinem Atelier gleich neben dem Innenhof stapeln sich daher verschiedenste Hölzer
in allen Größen und Farbtönen sowie bereits fertige Quader, Tetraeder, Polyeder und was die Welt der Geometrie sonst noch
an Figuren hervorbringt. "Mein Interesse lag seit jeher bei geometrischen Formen, den Grundbausteinen unserer Welt.
Spannend wird es, wenn sich die Regelmäßigkeit der Geometrie immer wieder in eine neue Beziehung zu der
Unregelmäßigkeit der verschiedenen Holzmaserungen setzt", erklärt der Künstler seine Vorliebe für das Material.
 
Christine Heß sitzt beobachtend daneben, während eine Klientin mit den Händen den Ton bearbeitet. „Ich unterstütze und
begleite, damit derjenige sich wirklich erfährt“, sagt die Kunsttherapeutin.
„Wie fühlt sich das an?“, fragt Christine Heß, die als Beobachterin daneben sitzt. Sie leitet die „Arbeit am Tonfeld“ an – sehr
dezent und zurückhaltend. Nur ab und zu schaltet sie sich mit einer Frage ein. Die Kunsttherapeutin und Künstlerin hat sich
mit einer Weiterbildung auf diese Methode spezialisiert. Entwickelt hat die „Arbeit am Tonfeld“ der Nürtinger Professor Heinz
Deuser in den 70er Jahren. Inzwischen wird die Methode an Deusers Institut für haptische Gestaltbildung in Hinterzarten
gelehrt, sowie an fünf weiteren Instituten.
„Das ist eine Beziehungskiste“, nennt Christine Heß das Tonfeld, das vor uns auf dem Tisch liegt. 40 mal 50 Zentimeter groß
ist die Holzkiste, genug Platz für zwei Hände, sieben Zentimeter hoch voll mit feinem Ton. Kindertonfelder sind etwas kleiner.
Beziehungskiste? „Vor allem um die Beziehung, die man zu sich selbst hat, geht es hier“, sagt die Therapeutin.
„Mit Töpfern hat das nichts zu tun“
Die „Arbeit am Tonfeld“ soll dabei helfen, Entwicklungsbedürfnisse nachzuholen und die Persönlichkeit zu entfalten. Mit
Töpfern, das stellt Christine Heß gleich klar, hat das nichts zu tun. Töpfern zielt darauf ab, dass man ein Produkt erschafft –
und zwar möglichst gut. Am Tonfeld dagegen gehe es um einen Prozess der Gestaltbildung.
„Die Gestalt, die sich im Ton herausbildet, hat damit zu tun, wie jemand den Ton berührt und bewegt“, sagt Heß. Darin zeige
sich seine Sinneswahrnehmung. Und diese wiederum habe sich in der Kindheit entwickelt. Das heißt, in der Tongestalt
„spiegelt sich unsere Entwicklung von Kindheit an“.
Ins Atelier von Christine Heß kommen Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten und Behinderungen, aber auch Erwachsene mit
psychosomatischen Erkrankungen, mit Belastungsstörungen oder Burn out-Syndrom, auf der Suche nach beruflicher
Orientierung oder ganz generell in einer Lebenskrise. Zwischen vier und 70 Jahre alt sind die Klienten. „Ich unterstütze und
begleite, damit derjenige sich wirklich erfährt, damit er sich sicher wird in seiner Wahrnehmung“, umreißt Heß ihre Aufgabe.
„Ich mache eine Art Bedürfnisanalyse“, führt die Therapeutin weiter aus. „Und ich helfe, damit sich das Bedürfnis erfüllt.“ Das
heißt, sie ermuntert, wenn einer sich nicht recht in den Ton hineinzugreifen traut. „Das nennt man ,seinen Grund finden’“,
sagt Heß. „Ich unterstütze die Ich-Stärkung.“
Seit sieben Jahren bietet Christine Heß die „Arbeit am Tonfeld“ an. Vorher hat sie als Ergotherapeutin gearbeitet. Ihre jetzige
Tätigkeit sieht sie als eine Erweiterung. Ging es in der Ergotherapie darum, zum Beispiel die Feinmotorik zu stärken, so sei
beim Tonfeld das Sensomotorische zwar die Basis, doch werde auch die Psyche mit einbezogen.
Hier kneten und walken Kinder und Erwachsene, wühlen lustvoll im Ton herum, formen Tunnelsysteme, Kratereinschläge oder
Tiergestalten, legen Kanäle an und ganze Landschaften, graben ihre Hände ein in die weiche Masse oder bohren Löcher.
Vorgegangen wird in mehreren Schritten über einen Zeitraum von rund drei Monaten, während der die Klienten mehrere
Arbeiten machen. Zuerst zeigt sich bei der Tongestaltung ein bestimmtes Muster: „Man findet sich selber vor“, sagt Heß.
Danach gehe es darum, sich selbst zu prüfen und neue Möglichkeiten zu finden. Daraus entstehe Wandlung und Veränderung.
Nürnberg  - Angenehm kühl fühlt sich der Ton an. Und feucht, aber auf keinen Fall glibberig.  
Die glattgestrichene Masse füllt den Holzkasten bis zum Rand hin aus. Flach die Hände darauf
legen. Augen zu. Und dann? Herumtasten. Um herauszufinden, dass der Ton erstaunlich fest
ist, zunächst gar nicht weich und geschmeidig. Fast schon abweisend. Dann aber doch wieder
einladend. Ein Universum für sich sozusagen. Was soll man damit jetzt bloß anfangen?
Artikel in der NZ-Plus am 22.09.2010        Lustvolles Wühlen in der “Beziehungskiste” -
                                                                      die Kunsttherapeutin Christine Heß bietet die “Arbeit am Tonfeld” an.
Stadtverführungen zum Thema Oasen
am Samstag, den 2. 07. 2011 auch im Atelierhaus Defet
In meinem Atelier biete ich eine innere Reise an, mit anschließendem freien Malen, von 16 - 17 Uhr.
Quintessenz, die 15. Veranstaltung und Jubiläumsfeier
anläßlich des 5 jährigen Bestehens des Atelier- und Galeriehauses Defet am 17. September 2011.
Wir laden herzlich dazu ein! Die Ateliers sind ab 17 - 20 Uhr geöffnet und die Galerien bieten ab 19 Uhr ihr Eröffnungsprogramm
mit Ausstellungen an. Ab 21 Uhr wird gefeiert!
Purpurne Energie, Wilder Vogelflug, Schlange und Paradies, Wüste mit Frucht, Erde, Lichtes, Wachstum...
archaisch anmutende Bildwelten und feminine Innenansichten
Vom 3. 10. - 6. 11. 2011 findet eine Ausstellung meiner Acrylbilder im Tagescafe Balazzo Brozzi statt, Hochstraße 2, Nürnberg,
nahe dem Rosenaupark, siehe auch unter www.balazzobrozzi.de
Am Donnerstag, den 20. 10. ab 18 Uhr, biete ich die Möglichkeit mit mir ins Gespräch zu kommen
Glänzende Zeiten am 2. Advent im Atelier- und Galeriehaus Defet:
am Sonntag, dem 4.12.11 von 15 - 20 Uhr sind die Ateliers geöffnet
und bieten Überraschendes und Nährendes für Seele und
Körper...Gäste willkommen!
Kreativeloesung.de
Christine Rana Heß